Mitteilung 30. November 2016

 

Wir, Franziska Schutzbach und Dimitri Rougy, haben auf dieser Seite einen Text über Gewalt an Frauen geschrieben und ihn als Tagesanzeiger-Text von Constantin Seibt aussehen lassen. Wir handelten als Einzelaktivist_innen, wir sind keine Organisation, sondern zwei Menschen, die sich im Zuge von SchweizerAufschrei kennen gelernt haben.

 

Wir haben diese Aktion gemacht, um die öffentliche Aufmerksamkeit verstärkt auf das Thema Gewalt an Frauen zu lenken. Wir haben die Maske benutzt, weil die tatsächlichen Medien zu wenig berichten. Wir wollten mit der Aktion etwas deutlich machen: Nämlich, dass in Wahrheit ein solcher (oder ähnlicher) Text eher unrealistisch ist. Wir wollten den Finger darauf halten, dass genau solche (oder ähnliche) Texte und Reflexionen fehlen. Gerade auch von den so genannten Meinungsmachern. Meinungsmacher, welche die Medien durchaus sind, sind in der Schweiz zu drei Vierteln von Männern dominiert. Interviewpartner und Journalisten formen die Meinung der Schweizer_innen.

 

Interviewpartner_innen und Jour-nalist_innen, welche nicht Männer sind, sind klar untervertreten. Ein grosser Missstand für eine Demokratie, wie sie die Schweiz sein möchte.

 

Wir wollten zunächst bewusst täuschen, klar war aber von Anfang an, dass das Ziel eine Auflösung ist. Wir waren überrascht, dass der Fake nicht schneller aufflog. Der Text wurde vielfach geteilt, wir haben dafür unsere Netzwerke genutzt. Es tut uns Leid, wenn manche sich deshalb hintergangen fühlen, diese Kritik nehmen wir an. Und würden ein ander Mal anders handeln. Unsere Intention war aber, niemanden als „Mit-Wissende“ mit rein zu ziehen, weil diese Aktion in einem juristischen Graubereich ist. Wir wollten also niemanden ‚instrumentalisieren’, sondern schützen. Vielleicht war das auf diese Weise falsch.

 

Die Vorstellung, Constantin Seibt könnte diesen Text geschrieben haben, hielt sich erstaunlich lang. Wir selber hätten es übrigens auch geglaubt. Das ist schön, es bedeutet nicht, “hereingefallen zu sein”, sondern es bedeutet, es für möglich zu halten, dass in der Schweiz bekannte Journalisten solche Texte schreiben. Und das bedeutet doch, dass wir vielleicht doch nicht so weit davon entfernt sind.

 

Aber damit ist die Aktion noch nicht vorbei. Dazu gehört auch das, was danach folgt. Constantin Seibt selber hat mit viel Humor reagiert und seine Antwort zeigt auch, dass dieser Artikel wichtig ist. Wir denken, das ist eine gute Ausgangslage für weitere Debatten zu diesem Thema.

 

 

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